Ausstellungsprojekt in Heilig Kreuz verbindet Geschichte, Kunst und Licht
Nach dem großen Erfolg der Ausstellung HEIMA[R]T im Emmerick-Jubiläumsjahr 2024 legen der Förderverein für Kunst und Kultur, der Heimatverein Dülmen und der Emmerick-Bund e. V. jetzt nach – und zwar mit einem außergewöhnlichen Projekt: Unter dem Titel „Viele Bruchstücke – ein Bild“ verwandelt sich vom 18. Januar bis 15. Februar 2026 die Heilig Kreuz Kirche gemeinsam mit der Emmerick-Gedenkstätte in einen inspirierenden Begegnungsraum zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Spiritualität, Licht und Leben.
Die Ausstellungmacher haben es sich zum Ziel gesetzt, die Heilig Kreuz Kirche sowie das Leben der seligen Anna Katharina Emmerick für die Menschen in Dülmen und der weiteren Umgebung – unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit – auf eine neue Art zugänglich zu machen. „Viele Bruchstücke – ein Bild“ möchte nicht nur informieren, sondern berühren. Kunst, Geschichte und Spiritualität treten hier in einen Dialog, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.
Die Kreuzkirche selbst gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten der Moderne in Westfalen und ist für sich schon ein Kunstwerk. Der berühmte Architekt Dominikus Böhm hat es verstanden, durch eine eindrucksvolle Lichtführung auf verschiedenen Ebenen der Kirche atmosphärische Glanzlichter mit theologischer Aussagekraft zu setzen. Ein Kirchenbau, in dem Licht zur Botschaft wird. Genau dieses Licht fasziniert die Künstlerin Annette Zumkley, Absolventin der Kunstakademie Münster. Sie wird eigens für die Ausstellung ein großformatiges Gemälde schaffen, das die besondere Atmosphäre des Kirchenraumes einfängt – mit Anspielungen auf das schwebende Kreuz auf dem Hochchor, die musizierenden Engel in der Verglasung an der Südseite des Chorraumes und die magische Atmosphäre der Kirche. Das Gemälde wird an der Ostwand hinter der Emmerick-Grabstätte präsentiert und verleiht dem Ort eine neue, meditative Tiefe.
Abgerundet wird der Blick auf die Kreuzkirche durch eine Fotoprojektion von Erik Potthoff, Vorsitzender des Heimatvereins. Historische Aufnahmen zeigen den Bau, Wiederaufbau und Wandel der Kirche sowie bislang unveröffentlichte Bilder des Agnetenklosters – ein visuelles Zeitfenster in die Stadtgeschichte Dülmens.
Die Emmerick-Gedenkstätte ist ein Ort des Erinnerns an die selige Anna Katharina. Zum ersten Mal überhaupt werden dort neben den Emmerick-Exponaten auch archäologische Funde, die Grabungen im Bereich des Klosters Agnetenberg zutage brachten, und zeitgenössischer Kunst präsentiert.
Die kostbaren Fundstücke aus dem Agnetenkloster – jenem Ort, an dem die selige Anna Katharina Emmerick von 1803 bis 1812 lebte – lagen bislang in den Magazinen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe verborgen. Nun erzählen sie dank des Engagements des Archäologen Dr. Hans-Werner Peine vom Alltagsleben und der Glaubenskultur vergangener Jahrhunderte. Zu den Exponaten gehören auch Teile von Andachtsbildern, die u. a. in den Werkstätten des Kartäuserklosters Weddern von Jodocus Vredis gefertigt wurden. Besonders spannend: eine Replik des Andachtsbildes der Heiligen Apollonia. Dr. Peine wird während der Ausstellung in sogenannten „Vitrinengesprächen“ lebendige Einblicke in die Ausgrabungen geben und damit ein Fenster in die Dülmener Klostergeschichte öffnen.
Einen Kontrapunkt bilden Werke des Osnabrücker Künstlers David Rauer. Seine Skulpturen aus Keramik setzen in der Gedenkstätte einen besonderen Akzent. Rauers Skulpturen spielen bewusst mit Fragmenten, Brüchen und Formen. Seine Arbeiten – mal verspielt, mal nachdenklich – bilden eine Brücke zwischen den archäologischen Fundstücken und den Emmerick-Exponaten. Besonders ins Auge fällt gleich im Eingangsbereich der Gedenkstätte eine große rote Garnspindel. Sie erinnert daran, dass Anna Katharina Emmerick gelernte Schneiderin war und nach ihrer Zeit im Kloster Kleidung für Bedürftige genäht hat. Nach der Ausstellung wird die Spindel im Ensemble „Blaupause“ im Bendix-Park ihren Platz finden.
Das Projektteam lädt herzlich zur Ausstellung ein – zu einer Entdeckungsreise zwischen Himmel und Erde, Licht und Ton, Fragment und Vollendung. Die Ausstellung wird am Sonntag, den 18.01.2026, um 14.30 Uhr eröffnet. Die allgemeinen Öffnungszeiten sind samstags von 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr und sonntags von 11.45 Uhr bis 13.45 Uhr.
Fotoprojektion - Geschichte der Kreuzkirche mit Erik Potthoff in der Krypta
Samstag, 24. Januar 2026, 16.00 bis 17.00 Uhr
Freitag, 06. Februar 2026,14.00 bis 16.00 Uhr
Samstag, 07. Februar 2026,10.00 bis 12.00 Uhr
Vitrinengespräch mit Dr. Hans-Werner Peine in der Gedenkstätte
Samstag, 24. Januar 2026, 14.00 bis 15.00 Uhr
Samstag, 07. Februar 2026, 14.00 bis 15.00 Uhr
"Philosophische Vertiefung des Gemäldes" mit Annette Zumkley
Sonntag, 01. Februar 2026, 14.00 bis 15.00 Uhr
Führung mit Erik Potthoff und Werner Lütkenhaus
Sonntag, 15. Februar 2026, 15.00 bis 16.00 Uhr
Sonderöffnungszeiten auf Anfrage unter