Heilig Kreuz

Am 13. Februar 1824 fand Anna Katharina Emmerick die letzte Ruhe auf dem 1809 angelegten Friedhof vor den Toren der Stadt. Alle Geistlichen, Schulkinder, Bürger und zahlreiche Arme bildeten einen beeindruckenden Trauerzug.
Luise Hensel konnte erst fünf Wochen nach dem Tod ihrer Freundin nach Dülmen kommen. Beunruhigt von Gerüchten, Anna Katharinas Leiche sei an einen Holländer verkauft und geraubt worden, ließ Luise Hensel in der Nacht vom 19. auf den 20. März 1824 das Grab heimlich öffnen. Unter den Kopf der unversehrten Toten legte sie eine Bleitafel, die deren Namen und Lebensdaten enthielt.
Auf Anordnung der Regierung unternahm Bürgermeister Möllmann zwei Nächte später eine neuerliche Graböffnung, bei der neben der Leiche die kurz zuvor hinterlegte Tafel gefunden wurde.
Clemens Brentano stiftete 1826 eine Sandsteinplatte, die das vielbesuchte Grab noch besser markierte. Als zwei römische
Gräfinnen 1858 ein Steinkreuz stifteten, öffnete man das Grab erneut und bestattete Anna Katharinas Gebeine in einem Ziegel­gewölbe. Der rege Besucherstrom und die Privatandachten am Grab führten 1891 zur Einleitung eines Seligsprechungsprozesses.
Ihre Umbettung in die Heilig Kreuz Kirche fand am 7. Februar 1975 statt.